Schutz vor Blitz und Feuer

Schutz vor Blitz und Feuer

Moderne Blitz – schutz – anlagen bieten grösst – möglichen Schutz, weil sie den Blitz ableiten. Für private Wohnbauten ist ein Blitzschutz hierzulande keine Pflicht. Er ist jedoch fraglos sinnvoll. Tatsächlich sind wegen der fehlenden gesetzlichen Vorschrift in der Schweiz über 90 Prozent der privaten Wohngebäude ohne Blitzschutz. Ähnlich sieht es bei Rauchmeldern aus.

Wer sich dafür interessiert, kann auf den kostenlosen Beratungsservice der kantonalen Gebäudeversicherungen zurückgreifen. Installiert man auf freiwilliger Basis eine Blitzschutzanlage, kommt man in den meisten Kantonen auch in den Genuss von Beiträgen der Versicherung – in Form einer Beteiligung an den Installationskosten oder einer Prämienreduktion. Dies gilt sowohl für Neubauten als auch für das nachträgliche Ausrüsten älterer Immobilien. Die Bedingung ist allerdings, dass die Anlage von einem Experten eingebaut und hernach von einem unabhängigen Sachverständigen abgenommen wird.

Installation und Unterhalt einer Blitzschutzanlage
Den Einbau übernimmt am besten eine Spezialfirma, entweder eine Spenglerei oder ein Elektrounternehmen. Die Kosten hängen von der Form und der Grösse des Gebäudes und den Materialien ab. Einen Richtwert für ein Einfamilienhaus erhält man, wenn man ein bis zwei Prozent des Gebäudeversicherungswerts errechnet.

Bei der Erdung unterscheidet man zwei Arten, den Blitzstrom in den Boden zu führen. Das erfolgt entweder über eine Ringleitung aus Kupferdraht, die etwa in 70 cm Tiefe um das ganze Haus herum verlegt wird, oder mittels eines einbetonierten Stahlbands im Gebäudefundament. Bei Neubauten wird die Erdung in der Regel ins Fundament eingelegt, um später Geld zu sparen, lassen sich gleichzeitig auch die Anschlusspunkte für die Ableitungen verlegen. Die Installation einer Blitzschutzanlage ist auch bei bestehenden Bauten möglich.

 

Eine fachgerecht installierte und kontrollierte Blitzschutzanlage benötigt kaum Unterhalt. Es ist empfehlenswert, die Anlage im Abstand von zehn Jahren und nach einem Blitzschlag durch den Ersteller überprüfen zu lassen.

Wie der Blitzschutz funktioniert
Der Blitz wird von Kupferdrähten auf dem Dach eingefangen, das heisst, er schlägt dort und nicht an anderen Stellen ein. weitere Drähte und leitfähige Gebäudeteile, darunter Ablaufrohre, Blechverkleidungen und Stahl­ stützen, leiten den elektrischen Strom dann zur Erdung. Für den «inneren Blitzschutz werden alle Metallteile im Gebäudeinnern (Wasserleitungen, Gas- und Heizungsrohre) und elektrische Installationen zum Potenzialausgleich mit dem äusseren Blitzschutz verbunden. Eine sinnvolle Ergänzung ist der Einbau eines Oberspannungsschutzes für empfindliche Geräte wie Fernseher, Computer oder Haustechniksteuerungen.

Die Vorteile eines privaten Rauchmelders
Bei grösseren Liegenschaften, darunter Fabriken, öffentliche Gebäude oder Hotels, ist eine Brandalarmanlage Vorschrift. Dabei müssen die für den Gebäudeschutz vorgeschriebenen Anlagen den Normen der Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen (VKF) entsprechen und sind für den Notfall direkt an die Feuerwehr angeschlossen.

Private Besitzer sind in der Schweiz – im Gegensatz zu Deutschland dazu nicht verpflichtet. Selbst auf den Einbau eines Rauchmelders in den eigenen vier Wänden, etwa im Schlafzimmer, verzichten nach Angaben von Unternehmen der Gebäudesicherheitsbranche derzeit die meisten Hausbewohner. Diese Sorglosigkeit sei alarmierend, denn die meisten Opfer von Wohnungsbränden kommen nicht etwa in den Flammen um, sondern ersticken im Schlaf durch Rauchgas, weil das Geruchsorgan kaum oder gar nicht funktioniert.

Der Rauchmelder an der Decke
Dabei lässt sich diese Gefahrenquelle heutzutage auf einfache und gleichzeitig kostengünstige Weise ausschalten. Etwa durch einen Rauchmelder, der dem Personenschutz dient. Er wird an der Decke des Schlafzimmers in einem Sockel montiert. Auf Rauch reagiert er mit akustischen Warnsignalen. Betrieben werden diese Geräte mit Batterien, die sich durch eine bis zu zehnjährige Lebenszeit auszeichnen. Gemessen an ihrem Nutzen sind die Preise dafür sehr moderat. Qualitätsprodukte kosten derzeit um die 70 Franken und lassen sich zudem von jedermann problemlos installieren.

Wohnungsbrände haben zahlreiche Ursachen. Überwiegend gehen sie auf defekte elektronische Geräte zurück. Oder auf Nachlässigkeit im Umgang mit offenem Feuer, etwa bei Adventskränzen. Und manchmal auch auf zünselnde Kinder.

Wer sich dagegen vorsehen will, hat mehrere Möglichkeiten. Eine direkte Anbindung an die Feuerwehr über eine Brandalarmanlage kommt in der Regel nicht infrage, weil dadurch Kosten in Höhe von bis zu 10000 Franken entstehen können. Wer sich für einen privaten Rauchmelder entscheidet, kann ihn im Schlafzimmer oder gleich in mehreren Räumen anbringen und die Melder miteinander kabellos über Funk verbinden. Das hat Vorteile, denn bei einer allfälligen Rauchentwicklung etwa an der im Keller untergebrachten Waschmaschine wird das Warnsignal dann auch in die anderen Wohnungsteile übertragen.

Einbruchswarnung mit Brandmeldung verbinden
Der dritte Weg: Wer bereits eine Einbruchsmeldeanlage besitzt, kann diese mit geringem finanziellem Mehraufwand um die Rauchmelderfunktion ergänzen und muss damit nicht die strengen VKF-Normen erfüllen. In diesem Fall schickt die Anlage bei Rauchentwicklung eine entsprechende Meldung an die für die Einbruchssicherung zuständige Alarmzentrale. Und die sorgt verlässlich dafür, dass die Feuerwehr ausrückt.

Brandschutz als Eigenverantwortung
Bei Einfamilienhäusern sind die Brandschutzanforderungen nicht sonderlich hoch. Der Bauherr muss letztlich selbst entscheiden, welche Vorkehrungen er für einen eventuellen Brandfall treffen will. Die verwendeten Materialien sind hierbei von besonderer Bedeutung, denn auch brennbare Baustoffe sind prinzipiell zugelassen. Durch normierte Testverfahren werden diese Materialien nach ihrer Brennbarkeit in Klassen eingeteilt. Das sollte bei der Hausplanung berücksichtigt werden. Auch ganze Elemente wie etwa Stützen, Wände oder Türen werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die Bauherrenschaft ist demnach gut beraten, sich bei der Festlegung der Materialien und Komponenten über deren bauphysikalische Eigenschaften gründlich ins Bild zu setzen.

So muss man beispielsweise berücksichtigen, dass kunststoff- und zellulosehaltige Dämmstoffe oft mit synthetischen Brandschutzmitteln behandelt sind und das kann zu einer Belastung der Luft in den Wohnräumen führen. Wer ein Einfamilienhaus baut, sollte sich vor allem mit den Brandschutzanforderungen an Heizungen und Kaminanlagen näher beschäftigen.

Verhaltensregeln zur Brandvermeidung
Wer zuhause an einige simple Regeln beherzigt, trägt wesentlich dazu bei, dass kein Feuer ausbricht. Dazugehört, Elektrogeräte nach Gebrauch vollständig auszuschalten und brennbare Gegenstände von Heizungen, Kochplatten, Elektrogeräten fernhalten. Weiterhin soll man Kerzen so aufstellen, dass sie nicht kippen können. Und Zündhölzer sowie Feuerzeuge ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Raucherwaren müssen immer vollständig gelöscht und in einem nicht brennbaren Behälter entsorgt werden. Im Bett sollte man keinesfalls rauchen, zu gross ist die Gefahr, dass man dabei möglicherweise einschläft.

Während und nach dem Einsatz brennbarer Flüssigkeiten empfiehlt es sich, den Raum gut zu lüften.

 

Wie Heizungen, Öfen und Cheminées gefahrlos betrieben werden
Anforderungen an Heizräume sind den geltenden Brandschutzvorschriften zu entnehmen. Auch beim Betrieb verschiedener Öfen und Cheminées muss einiges beachtet werden, um die Brandgefahr möglichst gering zu halten.

Moderne Heizanlagen jeder Art sind auf einem hohen technischen Stand. Daher wurden die Anforderungen an Heizräume in den aktuellen Brandschutzvorschriften BSV 2015 entschärft. So muss beispielsweise der Heizraum in Einfamilienhäusern mit Öl- oder Gasheizung nicht mehr zwingend als separater Brandabschnitt gestaltet werden. Ausserdem dürfen Heizanlagen in Ein- und Mehrfamilienhäusern oder in anderen Gebäuden mit geringen Abmessungen ohne spezielle Gefährdung grundsätzlich auch in anderweitig genutzte Räume (z. B. Lager- oder Fitnessraum) eingebaut werden.

 

Darüber hinaus gelten für das Aufstellen von Heizanlagen- unabhängig von Gebäudeart und -nutzung folgende Grundsätze. Anlagen dürfen sich nicht auf Fluchtwegen befinden. Auch können Feuerungsanlagen, die von der Raumluft abhängig sind, also Cheminées, aber auch Kachel-, Speicher und Pelletöfen, nur in belüfteten Räumen mit ausreichender Luftzufuhr aus dem Freien aufgestellt werden. Wenn sich Anlagen in der Nähe befinden, die Raumluft absaugen (z.B. Dampfabzüge oder Wäschetrockner), muss die Luftzufuhr für alle Anlagen gewährleistet sein.

 

 

 

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