Umgang mit dem nassen Element

Umgang mit dem nassen Element

Bis zum Wasserhahn durchläuft das «Elixier des Lebens» ein komplexes System aus Röhren und Anlagen. Vor allem die Materialien, aus denen Wasserinstallationen beschaffen sind, haben einen grossen Einfluss auf die Trinkwasserqualität. Umso wichtiger ist daher der Einsatz von Fachleuten. Und zwar nicht nur auf den Gebieten Planung von Wasserinstallationen und deren Einbau ins Eigenheim, sondern auch beim Austausch der alten Leitungen.

Ohne Wasser ist das Leben auf unseren Planeten nicht möglich. Im Alltag braucht man das nasse Element nicht nur zum Trinken und Kochen, sondern auch zum Putzen und zur Körperpflege. Über das Wasser nimmt der Mensch auch die darin enthaltenen Mineralien und Stoffe ein. Deshalb ist die Qualität des Wassers, das man trinkt und mit dem man in Berührung kommt, für unsere Gesundheit umso wichtig

Bewährte und moderne Materialien für Wasserinstallationen
Für eine Wasserinstallation kommen Metalle infrage, die nicht korrodieren sowie Kunst- oder Verbundstoffe. Verzinkte Stahlrohre gehören zu den häufigsten Werkstoffen, die bei Trinkwasserinstallationen eingesetzt werden. Früher wurde feuerverzinkter Stahl verwendet, heute nimmt man schmelztauchverzinkte Eisenwerkstoffe. Die häufigsten Verbindungstechniken sind Gewinde- und Klemmverbindungen. Die Zinkbeschichtung sorgt dafür, dass die Rohre innen wie aussen nicht rosten. Herstellungsverfahren und Wasserbeschaffenheit wirken sich jedoch stark auf die Beständigkeit dieser Beschichtung aus.

Noch häufiger werden heutzutage kupferne Rohre genommen, weil sie sich auch leichter bearbeiten lassen als verzinkte Stahlleitungen. Dabei gibt es Kupferrohre biegeweich von der Rolle und in Form steifer Stangen. Sie werden üblicherweise durch Löt-, Press-, Klemm- und Steckverbindungen zusammengebaut. Innenverzinkte Kupferrohre, die weniger korrosionsanfällig sind, werden ebenfalls eingesetzt. In diesem Fall werden ausschliesslich Press- oder Steckverbindungen genutzt. Nach einiger Zeit bilden sich an den Rohrinnenwandungen Schichten, die einerseits besser vor Korrosion schützen, andererseits für einen geringeren Kupfergehalt im Trinkwasser sorgen. Dabei entstehen diese Schutzschichten in Warmwasserleitungen schneller als in Kaltwasserleitungen. Bei den neueren Modellen werden auch Keime effizienter unschädlich gemacht.

Oxidschicht auf Edelstahl regeneriert
Der Werkstoff Edelstahl ist eine Legierung aus Eisen und anderen Metallen wie Chrom und Nickel, aber auch Molybdän, Mangan, Silizium, Wolfram, Vanadium, Kobalt, Titan und Niob sind möglich. Die Rohre werden per Pressverbindungen zusammengefügt.  An Armaturen sind allerdings lediglich Schraubverbindungen möglich. Bei Edelstahl wird die Korrosion dank einer widerstandsfähigen Oxidschicht (Cr304) begrenzt, die sich an der Oberfläche bildet. Diese Schicht hat die Fähigkeit, auch bei mechanischen Beschädigungen schnell wieder zu regenerieren. Der nachgewiesene Gehalt an Chrom und Nickel im Trinkwasser ist also so niedrig, dass er nicht ins Gewicht fällt. Beim Schweissen oder Löten von Edelstahlleitungen und bei deren Kombination mit anderen metallischen Installationsmaterialien kann jedoch die sogenannte elektrolytische Korrosion entstehen. Deshalb ist es von grosser Wichtigkeit, dass Wasserinstallationen aus Edelstahl fachmännisch ausgeführt werden. Edelstahl eignet sich im Vergleich zu den anderen metallischen Rohrmaterialien bei jeder Art von Gebäuden und Wasserqualitäten.

Auch Kunststoffe und Verbundstoffe werden seit einiger Zeit als Materialien für Wasserleitungen gebraucht. Dazu zählen bei einschichtig-homogenen Kunststoffrohren vernetztes Polyethylen (PE-X). Polypropylen (PP), Polybuten (PB) und chloriertes Polyvinylchlorid (PVC-C). Verbundrohre hingegen sind dreischichtig:  Die innere und äussere Schicht wird meistens mit Polyethylen (PE-X), gegen   Polypropylen (PP) sowie Polybuten (PB) ausgeführt. Für die mittlere Lage oder Schicht nimmt man Aluminium. Bei den neu installierten Kunststoff- und Verbundrohren können sich Keime vermehren, da die Absonderung bioverwertbarer Substanzen anders als metallische Leitungen günstige Voraussetzungen dafür bieten. Mit der Zeit bilden sich jedoch schützende Biofilme.

 

Wasseraufbereitungsverfahren für Zuhause
Gegenwärtig kann man sich ruhigen Gewissens auf die hohe Qualität der aus dem Wasserhahn kommenden Flüssigkeit verlassen. Trotzdem kann man für etwas mehr Sicherheit und Komfort durch verbesserte Eigenschaften des Trinkwassers auch zu Hause sorgen. Dazu dienen etwa Umkehrosmoseanlagen, Wasserenthärtungsanlagen oder UV-Desinfektionsanlagen.

Eine Umkehrosmoseanlage ist in der Lage, selbst stark verunreinigtes Wasser und sogar Salzwasser zu filtern. Zum ersten Mal wurde das Prinzip der Umkehrosmose in der Weltraumfahrt angewendet, und zwar zur Aufbereitung von Trinkwasser für die Astronauten.

Bei der Osmose streben zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Lösungskonzentration, die durch eine Membran getrennt sind, nach Ausgleich des Drucks, den sie auf die beiden Seiten der Membran ausüben. Bei der Umkehrosmose wird zusätzlich auf der einen Seite Druck erzeugt. Im Mittelpunkt dieser Anlage steht also eine halbdurchlässige Membran. Der natürliche osmotische Druck einer Flüssigkeit reicht nicht aus, um sie von den Schadstoffen zu befreien.  Deshalb wird je nach Verschmutzungsgrad auf der Seite des belasteten Wassers ein Druck von bis zu 30 bar mittels einer Pumpe erzeugt. Fast alle Schad- und Fremdstoffe werden durch diese Konzentration abgeleitet. Durch vor- und nachgeschaltete Kohlefilter wird zusätzlich der Geschmack des Wassers neutralisiert. Das Ergebnis: Reines Wasser, das auch einen guten Geschmack besitzt. Die Umkehrosmose ist die effektivste, bisher bekannte Methode der Wasseraufbereitung. Nach diesem Verfahren aufbereitetes Wasser ist für Kleinkinder besonders gut geeignet. Wer sich so eine Anlage geleistet hat, kann ruhig den Kauf von Mineralwasser vergessen.

 

Wasserenthärtungsanlage
Wenn das Wasser hart ist, kann man das sehr leicht auf seiner Haut spüren. Auf den Armaturen im Badezimmer etwa kann man es auch sehen. Hartes Wasser kann auch die Lebensdauer der Haushaltsgeräte und der damit gewaschenen Textilien verkürzen. Die Lösung heisst: Wasserenthärtungsanlage.

Als besonders effizient kann man Entkalkungsanlagen einstufen, die auf der Basis des Ionenaustausches funktionieren. Bei dem Prozess durchfliesst das harte Wasser aus der Leitung den Enthärter, der mit Kationenaustauscherharz gefüllt ist. Der bindet den Kalk und tauscht ihn gegen Natriumionen aus. So entsteht kalkfreies Wasser. Das Austauschharz kann man regelmässig mit einer schwachen Kochsalzlösung regenerieren. Harz verbraucht sich nicht, weshalb es unbegrenzt erneuert werden kann, das heisst, die Anlage lässt sich viele Jahre lang nutzen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass ein Wasserenthärter direkt dort angeschlossen werden kann, wo das Wasser in das Haus geleitet wird. Auf diese Weise werden alle Anwendungen im Haus mit kalkfreiem Wasser versorgt.

 

UV-Desinfektionsanlage
Dass ultraviolettes Licht erfolgreich Mikroorganismen im Wasser und in der Luft neutralisieren kann, ist hinlänglich bekannt. Bakterien, Viren und Parasiten sind für viele Infektionen und Krankheiten verantwortlich. Durch eine UV-Desinfektionsanlage ist man in der Lage, diese auf für den Menschen unschädliche Weise zu beseitigen. Im Unterschied zu den chemischen Desinfektionsmethoden entstehen dabei keine gefährlichen Rückstände oder Nebenprodukte. Und auch der Geschmack des Trinkwassers verbessert sich deutlich.

UV-Desinfektionsanlagen haben viele Einsatzbereiche – sowohl bei der Trinkwasseraufbereitung als auch zur Schaffung von Prozesswasser, Brunnenwasser oder Wasser für Swimmingpools. Bei Trinkwasser ist die effektive Beseitigung aller Mikroorganismen und Keime wichtig, damit jegliche Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier ausgeschlossen wird. Bei Swimmingpools wird durch das Einsetzen dieses Verfahrens die Chlorbelastung im Wasser spürbar reduziert.

 

Gut für das Budget gut für die Umwelt
In den meisten Haushalten wird mehr Warm- als Kaltwasser verbraucht. Dazu ist zusätzlich Energie für das Erwärmen vom Wasser nötig. Der tägliche Warmwasserverbrauch einer vierköpfigen Familie in der Schweiz beläuft sich auf circa 200 Liter. Dafür sind rund 12 Kilowattstunden Energie nötig. Allerdings werden immer modernere Systeme entwickelt, die auch umweltfreundlicher sind als etwa der herkömmliche Elektroboiler. Setzt man thermische Solaranlagen, Wärmepumpenboiler oder Heizanlagen ein, reduziert man nicht nur seine Ausgaben, sondern schont auf diese Weise die Umwelt. Elektroboiler sind ein Überbleibsel aus den Zeiten, als man unbedingt den Kopf zerbrach. Bei einer Erneuerung der Heizungsanlage sollte man sich unbedingt überlegen, ob man nicht auch seinen alten Elektroboiler ersetzt oder diesen an das neue Heizungssystem anschliesst – oder ein alternatives Verfahren für Warmwasseraufbereitung anwendet. Hierfür kommen etwa thermische Solaranlagen oder Wärmepumpenboiler infrage.

Je nach Heizsystem kann man eventuell eine Frischwasserstation einsetzen. Dabei müssen unbedingt die Anforderungen an Hygiene und Energieeffizienz eingehalten werden. Besonders in Mehrfamilienhäusern, wo das Warmwasserverteilungsnetz weit verzweigt ist, gehen durch gute Dämmung der Wasserleitungen Wärmeverluste deutlich zurück.

Thermische Solaranlagen sind eine gute Option für die Aufbereitung von Warmwasser. In Einfamilienhäusern reicht eine Kollektorfläche von vier bis fünf Quadratmetern aus. Pro Quadratmeter Kollektorfläche ist ein Fassungsvermögen des Speichers von 80 bis 100 Litern empfehlenswert. Dadurch wird der Bedarf an Warmwasser zu rund 60 Prozent mit Sonnenenergie gedeckt. Weiterhin kann man Energie einsparen, indem Waschmaschinen und Geschirrspüler direkt mit Warmwasser versorgt werden. Damit entfällt die Notwendigkeit, das Wasser zuvor mit Strom aufzubereiten. In einem Mehrfamilienhaus lässt sich pro Person eine kleinere Kollektorfläche einbauen. Dadurch vermeidet man im Sommer die Produktion von Überschussenergie, die dann von Stromversorgern zu niedrigeren Preisen abgekauft wird.

 

Wasser sparen: Tipps
Der tägliche Trinkwasserverbrauch hierzulande beträgt durchschnittlich 142 Liter pro Kopf. Knapp ein Drittel davon braucht man für die WC-Spülung, ein Viertel fürs Baden und Duschen. Wer also sparsam mit Wasser umgehen will sollte im Bad anfangen. Mit einem WC-Wasserstopp oder Zweimengenspülungen lässt sich der Verbrauch glatt halbieren.

Duschen statt Baden könnte leicht niedrigere Strom- und Wasserrechnungen garantieren. Für die Füllung einer Badewanne mit Warmwasser werden fünf Kilowattstunden Energie benötigt. Wenn man die Dauer der täglichen Dusche verringert, führt dies zu entsprechend tieferen Kosten. Man kann auch an seiner Dusche einen wassersparenden Duschkopf anbringen. Nachweislich wird auf diese Weise der Verbrauch deutlich reduziert. Das Prinzip ist sehr einfach: Diese Vorrichtung presst Luft in die Flüssigkeit, man duscht mit weniger Wasser, ohne dabei einen wesentlichen Unterschied zu verspüren. Durch die niedrigeren Kosten zahlt sich die Investition schnell aus.

Mischdüsen, auch Strahlregler genannt, bewirken denselben Effekt am Lavabo. Montiert man sie am Wasserhahn, verringert sich der Verbrauch um über 40 Prozent. Dreht man den Hahn beim Einseifen oder Zähneputzen ab, geht noch weniger Wasser verloren.

 

Wege der Wassereinsparung
Haushaltgeräte mit der Energiekette der Klasse A garantieren hohe Energieeffizienz bei gleichem Komfort. Bei Waschmaschinen und Geschirrspüler kann man sogar mit 20 bis 30 Prozent Wassereinsparung rechnen. Solche Geräte verbrauchen auch weit weniger Strom als Modelle der anderen Energieklassen. Wer noch mehr für die Umwelt tun möchte, kann Regenwasser sammeln und es dann im Aussenbereich verwenden, etwa im Garten oder zum Autowaschen. Alleine dadurch kann man fünf Prozent des täglichen Wasserkonsums einsparen.

 

 

 

 

 

 

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