Wie verfahren bei Rechtsstreitigkeiten?

Wie verfahren bei Rechtsstreitigkeiten?

«Trautes Heim, Glück allein»: Bis dieser Ideal – zustand erreicht wird, müssen sich Bauherren oftmals in Geduld üben. Selbst die gründlichste Planung bietet keine Gewähr dafür, dass der Hausbau von A bis Z reibungslos verläuft. Wer schon einmal gebaut oder ein neues Objekt gekauft hat, weiss, wie schnell der Bauprozess zum nervenzehrenden Ärgernis werden kann.

Handwerker machen Fehler, Pannen sorgen dafür, dass vereinbarte Zeiten überzogen werden. Recht häufig kommt es erfahrungsgemäss vor, dass von der Baufirma genannte Einzugstermine nicht eingehalten werden können. Wenn sich der Einzug verzögert, kann das im schlimmsten Falle ein Finanzrisiko für private Hausbauer heraufbeschwören, müssen sie doch eventuell noch monatelang ihre Miete schultern.

Unklar formulierte Leistungen
Nicht selten kommt es heutzutage zum Streit, wenn in der Baubeschreibung Leistungen überhaupt nicht oder nur sehr unklar dargestellt werden. Mal gab es keine Informationen zur Frage, wo der Erdaushub hingebracht werden sollte. Oder ob eine wasserdichte Ausführung des Kellers mit Extrakosten verbunden ist. Manche Angaben sind so unklar, dass nach Einschätzung der Bauführung auch billige Ware infrage kommt.

Planungsfehler sorgen nach Angaben verschiedener Architekten recht häufig für Verdruss. Aber auch Pfusch am Bau, also Handwerkerfehler, sorgen nicht selten für Krach. «Sie gehen bisweilen auf den Umstand zurück, dass vorgängig keine klar umrissenen Vereinbarungen getroffen wurden», fügt er hinzu.

Liegt das Kind erst mal im Brunnen, dann ist guter Rat teuer. Deshalb sollte man sich als Hausbauer schon im Vorfeld mit der SIA-Norm 118 des Schweizerischen Ingenieur und Architektenvereins vertraut machen. Mit diesem breit angewendeten und prägnanten Normenwerk hat der Verein anerkannte und unverzichtbare nationale Baukunderegeln geschaffen.

Die SIA-Norm 118 ist eine heutzutage weit verbreitete Grundlage für Verträge im Bauwesen, ihre Qualität wird allgemein anerkannt. Während alle Profis der Baubranche mit der Norm gut vertraut sind, ist das beim privaten Bauherr meist nicht der Fall. Es ist deshalb wichtig, zu prüfen, ob diese Norm Vertragsbestandteil werden soll. Insbesondere muss vor dem Abschluss geprüft werden, ob alle darin enthaltenen Bestimmungen im Einzelfall angemessen sind». Wenn das nicht der Fall sei, müssten im Vertrag Ausnahmen präzise und verbindlich formuliert werden.

Sollten die Bestimmungen dieser Norm nicht greifen, dann empfiehlt sich zufolge der Rückgriff auf das Schweizerische Obligationenrecht. Dort sind auch für den Bausektor Vertrags- und Auftragswesen vollumfänglich festgehalten.

Einzelexpertise oder Gemeinschaftsexpertise
Ist der Hausbauer während des Bauverlaufs mit einer Leistung der Bauleitung nicht zufrieden, kann er einen Experten mit der Ausfertigung einer Expertise beauftragen. Hier rät sich allerdings zu Vorsicht. Möglicherweise beschreitet auch die Gegenseite diesen Weg und lässt ihrerseits eine Expertise erstellen, die eventuell zu entgegengesetzten Schlüssen kommt. In dieser verzwickten Situation bietet sich oftmals nur noch der Gang zum Rechtsanwalt an. Endet der Streit vor Gericht, muss man sich auf hohe Kosten und Zeitverlust einstellen. Wenn die Fronten zwischen Bauherr und Bauführung noch nicht allzu verhärtet sind, empfehle sich daher eher eine gemeinsame Expertise, die als Grundlage für eine einvernehmliche Lösung des Konflikts dienen kann.

Vertragstexte wirklich verstehen
Vorsicht empfiehlt sich beim Studium des Vertragstextes. Bevor man seine Unterschrift gibt, fragt man sich am besten, ob man den gesamten Text völlig verstanden hat. Im Zweifelsfalle lohnt es sich, vorab einen Berater zu konsultieren und bei unklaren Punkten um eine schriftliche Klärung zu bitten. Wer die Unterzeichnung schnell hinter sich bringen will oder sich von vermeintlichen Sonderangeboten blenden lässt, geht Risiken ein. Wer noch nicht unterschrieben hat, ist in einer starken Position. Nachher lässt sich in der Regel nichts mehr ändern, ohne dass Nachteile in Kauf genommen werden müssen.

Mit weniger Stress und mehr Genuss zum Eigenheim
Erfolgreich bauen ist und bleibt zu einem beträchtlichen Teil eine Frage der Einstellung. Findet man zum richtigen Mass an innerer Gelassenheit, lässt sich vieles besser bewältigen. Nach dem Motto «In der Ruhe liegt die Kraft» meistern die Baufachleute ihre Aufgaben entspannter und mit mehr Effizienz. Bauherren, die diese Erfahrung gemacht haben, werden auch der Erkenntnis zustimmen, dass so ein Haus nie ganz fertig wird, gibt es doch immer wieder irgendwo etwas zu tun. Das hat aber durchaus angenehme Seiten, ermöglicht es doch, sein Eigentum stets etwas weiter zu gestalten.

Wer sich auf das «Abenteuer Hausbau» einlässt, sollte die nötige Vorsicht walten lassen, schliesslich steht eine grosse Geldsumme auf dem Spiel. Der Hausbau hat zweifellos seine riskanten Seiten. Immer wieder kann man nachlesen, was auf einer Baustelle so alles schief gehen kann. Da liegt es nahe, dass man sich das alles ganz gut überlegt. Der Laie hat allerdings nur geringe Kenntnisse vom komplexen Vorgang des Bauens. In einschlägigen Ratgebern findet man zwar eine Menge Informationen zu den verschiedensten Anliegen, allerdings sind sie in ihrer Fülle eher verwirrend denn weiterführend.

Sich auch beim Bauen auf das Wesentliche zu begrenzen ist nicht nur hilfreich, sondern sogar notwendig. Wenn man sich nur mit den Problemen beschäftigt, womit eigenen Fall höchstwahrscheinlich zurechnen ist, geht die Übersicht nicht so leicht verloren.

In welcher Jahreszeit bauen?
Gerne wählen Bauherren als Beginn den Sommer und das ist zwar ein guter Zeitpunkt, er ist jedoch nicht in jeder Hinsicht ideal. Denn wer dann baut, muss damit rechnen, dass wegen der hohen Nachfrage das Fachpersonal knapp wird und höhere Baukosten entstehen. Da die Baufirmen gut ausgelastet sind, müssen sie Überstunden einlegen und sehen sich veranlasst, die Zusatzkosten den Bauherren aufzubürden.

Klar kommunizieren
Ein Grossteil der beim Bauen auftauchenden Schwierigkeiten geht erfahrungsgemäss auf eine unklare Kommunikation zurück. Deshalb ist es so wichtig sicherzustellen, dass man den Gesprächspartner in seinen Darlegungen versteht – und man selbst auch richtig verstanden wird. Dabei sollte man durch aus das Kind beim Namen nennen und beispielsweise unmissverständlich zum Ausdruck bringen, wenn man mit einem Vorschlag nicht einverstanden ist. Auf die traditionelle Formel «es gilt das Wort» sollte man sich besser nicht einlassen. Im Falle eines juristischen Nachspiels ist es auf jeden Fall besser, die Aufträge schriftlich auszufertigen, das gilt auch für Beschlüsse.

Wer baut, möchte Wunschvorstellungen umsetzen. Manche sehnen sich nach einem grossen und modernen Haus mit Innenhof und verglaster Südfassade, einer Garage, Swimmingpool und einer Multimedia-Ausrüstung. Es gibt verschiedene Gründe, warum solche Träume oftmals wie Seifenblasen platzen. Am besten überprüft man zunächst das eingeplante Budget und orientiert seine Wünsche daran. Und stellt sich frühzeitig darauf ein, dass man sich doch nicht alles leisten kann, was gewünscht wurde. Nicht vergessen sollte man auch, dass sich Innenausbauten auch zu einem späteren Zeitpunkt problemlos aufwerten lassen und der eine oder andere Wunsch dann doch noch erfüllt werden kann.

Ein Hausbau lässt sich, wie bereits dargelegt, nur sehr bedingt im Voraus planen. Deshalb ist es so wichtig, flexibel zu bleiben und einen überraschenden aber unausweichlichen Richtungswechsel während des Bauprozesses hinzunehmen, denn auch so etwas gehört zum Haus bauen. In diesem Falle sollte man die beauftragten Unternehmen auffordern, entsprechende Schritte in den Weg zuleiten und allenfalls neue Angebote und Strategien zu erarbeiten.

Attraktive Alternativen berücksichtigen
Als künftiger Bewohner weiss der Hausbauer am besten, wie er sein Gebäude haben will. Nicht alles Wünschbare ist jedoch technisch machbar. Guten Fachleuten wird es nicht schwerfallen, in solchen Fällen attraktive Alternativen aufzuzeigen, die – genau betrachtet – kaum weniger Freude aufkommen lassen.

Wenn die eigenen vier Wände am Schluss so sein sollen, wie man sich das gewünscht hat, ist eine ordentliche Portion Beharrlichkeit vonnöten. Auf jeden Fall aber sollte man den guten Rat von ausgewiesenen Experten abwägen. Während der Bauphase sollte man sich später bemühen, einen guten Ausgleich zwischen Beharrlichkeit und Grosszügigkeit zu finden. Wenn ein Unternehmen auf der Baustelle erwiesenermassen gut arbeitet, kann man auch einmal über einen kleineren Schnitzer grosszügig hinwegsehen.

Hausbauer möchten aus verständlichen Gründen zügig vorankommen und möglichst bald ans Ziel gelangen. Ein übereiltes Vorgehen kann sich jedoch nachteilig auswirken. Wer sein Zeit Budget grosszügiger bemisst, hat oftmals die Chance auf günstigere Preise am Markt. Gesteht man dem Unternehmer mehr Zeit zu, wird er sich vielleicht durch eine bessere Offerte erkenntlich zeigen. Steht eine Endausbauphase unter Termindruck, sind gleichzeitig viele Handwerker auf der Baustelle im Einsatz, daher ergeben sich eventuell Situationen, in denen Fehler auftreten können.

Die Vorzüge einer Garantieversicherung
Was nachzubessern ist und wer dafür zahlen muss, gibt immer wieder Anlass zu Auseinandersetzungen. Wenn dieser Fall eintritt, ist eine zuvor abgeschlossene Garantieversicherung möglicherweise Gold wert. Denn sie schützt sowohl Eigentümer als auch Ersteller. Stellt der Hausherr Schäden fest und stösst mit seiner Mahnung beim Ersteller auf taube Ohren, kann er die Angelegenheit der Versicherung übergeben. Der Ersteller seinerseits kann sicher sein, dass sich ausgewiesene Experten im Auftrag der Versicherung der Angelegenheit annehmen und mit den Beteiligten einvernehmlich eine Lösung suchen.

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